Zahlen Sie mit Bargeld oder bargeldlos?

Bar oder bargeldlos zahlen? Es ist eine Frage, vor der wir im täglichen Geschäftsleben immer wieder stehen und je nach Situation die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen. Sowohl Barzahlung als auch bargeldlose Zahlung haben ihre Vorzüge. Manchmal erscheint die eine Methode praktischer, mal die andere.

Eine kleine Erfolgsgeschichte des Bargeldes

Die Einführung bzw. Entwicklung des Bargeldes als neues Zwischentauschmittel kam zwar nicht über Nacht,wir können sie aber dennoch als eine Art revolutionäres Ereignis bezeichnen. Mit ihr wurde das Ende des bis dahin üblichen Tauschhandels eingeläutet. Ein früher Vorgänger des heutigen Bargeldes war das Naturalgeld, welches dem Tauschhandel noch sehr ähnlich war: Hierbei wurden nur bestimmte Wertgegenstände als Zahlungsmittel akzeptiert. Im Mittelalter folgte daraufhin das sogenannte „Gewichtsgeld“ und daraus die Zahlung mit Edelmetallen. Hier war jedoch das Gewicht bestimmend und nicht die Anzahl des Geldes, weswegen dieses Zahlungsmittel stets gewogen werden musste. Ebenfalls im Mittelalter wurden jedoch auch schon die ersten Banknoten in den Zahlungsverkehr gebracht, damals noch in Form von Wechseln und Kassenanweisungen.

Früh haben die Menschen bereits einen wichtigen Vorteil des Bargeldes erkannt, nämlich den Optionsvorteil. Das bedeutet, dass ein Handelspartner mit hoher Wahrscheinlichkeit Bargeld als Zahlungsmittel akzeptieren wird, da es in jedes andere Gut umtauschbar ist. Bei einem Tauschgeschäft war der Erfolg des Geschäftes vor der Bargeldeinführung vom Bedarf des Geschäftspartners abhängig. Wenn er das einzutauschende Gut nicht benötigte oder bereits genug davon besaß, kam der Handel nicht zustande. Geld hingegen ist universell einsetzbar und bietet eine maximale Flexibilität. Außerdem ist das Bargeld wertstabil. Damit ist die Tatsache gemeint, dass Edelmetalle nicht über kurz oder lang verderben und damit an Wert verlieren, wie das bei Waren üblich ist. Der Silberstandard, der sich vom Mittelalter an etablieren konnte, wurde im 19. Jahrhundert von den meisten Industrieländern durch einen Goldstandard ersetzt.

Die bargeldlose Zahlung

Auch der bargeldlose Zahlungsverkehr kann schon auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bei Banken ist es bereits im 19. Jahrhundert üblich gewesen, mittels Scheck und Überweisung bargeldlos zu bezahlen – damals noch per Bote. Für die Organisation war die 1876 gegründete Reichsbank zuständig, die hierfür als zentrale Anlaufstelle diente. Knapp 100 Jahre später wurde erstmals die Bankleitzahl eingeführt, was zu einer Vereinheitlichung der Überweisungsformulare geführt hat, die nun auch maschinenlesbar wurden. Bargeldlos bezahlen wurde dadurch noch einfacher. Wer heute bargeldlos bezahlen möchte, dem stehen vielfältige Möglichkeiten offen. Zu den gängigsten zählen Überweisung, EC-Karte, Kreditkarte, GeldKarte, Maestro und das Lastschriftverfahren.

Vor- und Nachteile der Barzahlung

Die Barzahlung hatte lange Zeit einen besonders hohen Stellenwert. Sprüche wie “Nur Bares ist Wahres” unterstreichen die gesellschaftliche Anerkennung von Bargeld im täglichen Zahlungsverkehr. Mit der Barzahlung lässt sich jede Transaktion sofort abschließen. Wartezeit, die ein Transfer auf elektronischem Wege mit sich bringt, entfällt. Dass die Barzahlung auch heute noch vielerorts gern gesehen ist, zeigt die Gewährung von Skonti und Barzahlungsrabatten durch Händler beim Kauf hochwertiger Güter.

Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Barzahlung mit keinerlei Gebühren verbunden ist, sofern nicht unmittelbar vorher Abhebegebühren am Geldautomaten entstanden sind. Demgegenüber bringt die bargeldlose Zahlung unterschiedliche Gebühren mit sich, die für Kunden nicht immer transparent sind.

Ein Nachteil des Bargeldes wird deutlich, wenn man diese Zahlungsmethode unter dem Sicherheitsaspekt betrachtet. Wer viel Bargeld mit sich führt, läuft stets Gefahr, dass ihm dieses gestohlen oder entrissen wird. Auch die Gefahr in Besitz von Falschgeld zu gelangen besteht weiterhin. Ein weiterer Nachteil liegt in der Verfügbarkeit von Bargeld: Bargeld muss erst auf einer Bank oder an einem Geldautomaten abgehoben werden. Diese stehen nicht überall zur Verfügung, was gerade an abgelegenen Orten zu Problemen führen kann.

Bargeldlos bezahlen – die Vor- und Nachteile

Der größte Vorteil der bargeldlosen Zahlung ist ihre Verfügbarkeit. Wo bargeldlos bezahlt werden kann, da entfällt die Suche nach einem Geldautomaten. Zudem ist es viel leichter möglich, bargeldlos getätigte Transaktionen im Nachhinein nachzuverfolgen. Das kann beispielsweise für die eigene Budgetplanung sehr hilfreich sein, da sich anhand der Abrechnungen genau nachvollziehen lässt, wie viel Geld zu welchem Zweck ausgegeben wurde. Auch unter dem Sicherheitsaspekt kann die Kartenzahlung punkten, denn ein Diebstahl der Karte bringt dem Dieb ohne Geheimnummer und gegebenenfalls noch eine gültige Transaktionsnummer (TAN) nichts. Auch die Gefahr, Falschgeld als Wechselgeld zu erhalten, ist durch die bargeldlose Zahlung gebannt.

Kreditkarten haben den Vorteil, dass Kunden häufig in den Genuss besonderer Angebote oder Rabatte kommen. Außerdem sind zahlreiche Kreditkarten an Bonuspunktesysteme gekoppelt. Trotzdem ist auch die bargeldlose Zahlung mit dem einen oder anderen Nachteil verbunden. So können beispielsweise bei der Nutzung von Kreditkarten schnell höhere Gebühren anfallen. Gleiches gilt für den Einsatz der EC-Karte im Ausland. Darüber hinaus kann der achtlose Umgang mit Kreditkarten dazu führen, dass mehr Geld ausgegeben wird, als tatsächlich vorhanden ist.

Paradebeispiel für bargeldlose Zahlung: Schweden

Schweden nimmt im Hinblick auf die bargeldlose Zahlung eine Vorreiterrolle in Europa ein. Die Schweden zahlen fast alle Käufe bargeldlosmit EC- oder Kreditkarte. Es gilt als völlig normal, auch kleinere oder kleinste Beträge bargeldlos zu bezahlen. Nur jeder fünfte Einkauf wird in Schweden noch bar bezahlt, der Rest läuft bargeldlos ab. Während der letzten Jahre hat die Schwedische Krone in Form von Münzen und Banknoten an Bedeutung verloren. Vielmehr wird bereits über eine vollständige Abschaffung des Bargeldes in Schweden diskutiert. Selbst in schwedischen Kirchen werden Spenden über sog. Kollektomaten für Karten bargeldlos eingesammelt. Knapp die Hälfte aller schwedischen Bankfilialen nimmt kein Bargeld mehr an und auch Geldautomaten verschwinden vermehrt aus den Städten.

Bargeldlose Zahlung in Japan

Japan hingegen liefert ein sehr gutes Beispiel für ein Land, in dem die bargeldlose Zahlung eine untergeordnete Rolle spielt. Zwar steht es zu Recht in dem Ruf, eines der fortschrittlichsten Länder der Erde zu sein, aber ohne den Yen in barer Münze stößt man schnell auf Probleme. Bargeld wird in Japan nahezu überall angenommen. Zwar ist auch die bargeldlose Zahlung mit Karte weit verbreitet, aber Reisende sollten sich nicht darauf verlassen, diese immer und überall auch nutzen zu können. Sowohl in den ländlichen Gegenden als auch in den Großstädten Japans gibt es viele Läden und Restaurants, die keine bargeldlose Zahlung akzeptieren. Dies gilt zwar nicht für bekannte und beliebte Touristenrouten, dennoch sollten Reisende immer einen gewissen Bargeldbestand mit sich führen.

 

Mehr Informationen zu unserer Zahlungslösung für Geschäftskunden finden Sie unter cashlink.de/business. Wir beraten Sie auch gerne persönlich unter +49 69 348 752 76.

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