Die Single Euro Payment Zone und das SEPA Logo

Sie sind selbstständiger Dienstleister oder Unternehmer? Sie betreiben einen Online-Shop oder bieten Produkte oder Dienstleistungen auf Rechnung an? Dann gibt es verschiedene Zahlungsmethoden, mit denen Ihr Kunde den offenen Rechnungsbetrag bezahlen kann. Eine der beliebtesten ist das Lastschriftverfahren. Wie das funktioniert und welche Vorteile die Lastschrift bietet – informieren Sie sich hier!

Was ist das Lastschriftverfahren?

Das Lastschriftverfahren wird dem bargeldlosen Zahlungsverkehr zugeordnet. Während eine Überweisung vom Zahlungspflichtigen veranlasst wird, ist es bei der Lastschrift umgekehrt. Sie wird vom Zahlungsempfänger und damit von Ihnen als Selbstständiger oder Unternehmer ausgelöst. Es werden zwei Arten von Lastschriften unterschieden, das Abbuchungsverfahren und die Einzugsermächtigung. Beim Abbuchungsverfahren teilt der Zahlungspflichtige seiner Bank mit, dass der Zahlungsempfänger berechtigt ist, den Rechnungsbetrag von seinem Girokonto abzubuchen. Die Einzugsermächtigung setzt voraus, dass der Zahlungspflichtige ein Formular ausfüllt. In diesem gibt er seine Kontodaten an und berechtigt den Zahlungsempfänger die Zahlung einzuziehen. Das Lastschriftverfahren wird sowohl bei Einmalzahlungen, zum Beispiel beim Kauf von Produkten oder Dienstleistungen, als auch bei regelmäßig wiederkehrenden Zahlungen genutzt. Dazu gehören zum Beispiel Stromkosten, GEZ-Gebühren, Telefonkosten, Zeitungsabonnement oder Mitgliedsbeiträge.

Warum sollten Sie Lastschrift anbieten?

Jeder mit einem europäischen Girokonto kann bei Ihnen per Lastschrift bezahlen.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass das Lastschriftverfahren mit Abstand die beliebteste bargeldlose Zahlungsmethode in Deutschland ist. Jährlich werden in Deutschland 12 mal so viele Transaktionen per Lastschrift durchgeführt wie per Kreditkarte. Insgesamt werden jedes Jahr 3,4 Billionen Euro per Lastschrift in Bewegung gesetzt. Mit dem Lastschriftverfahren setzten Sie die am meisten akzeptierte und verbreitete Zahlungsmethode ein.

Die Besonderheiten der SEPA Lastschrift

SEPA ist die Abkürzung für Single Euro Payments Area. Unter diesem Projekt sind bargeldlose Zahlungen im Euro-Zahlungsverkehrsraum seit August 2014 vereinheitlicht worden. Das EU weit geltende und einheitliche Verfahren kommt auch über die Europäische Union hinaus in Liechtenstein, in der Schweiz, in Monaco, Norwegen und in Island zum Einsatz. Zu den wichtigsten Änderungen gehört, dass Kontonummer und Bankleitzahl durch die Angabe von IBAN und BIC ersetzt worden sind. Für den Einzug sind außerdem ein SEPA-Lastschriftmandat sowie eine Gläubiger-Identifikationsnummer des Einreichers erforderlich. Die Lastschrift kann seit dieser Änderung nicht mehr direkt eingezogen werden. Stattdessen muss eine Vorlaufzeit berücksichtigt werden, deren Dauer vom Status des SEPA-Lastschriftmandats abhängig ist. Außerdem hat sich der Verwendungszweck der der SEPA Lastschrift im Gegensatz zur nationalen Lastschrift auf 140 Zeichen reduziert.

 

Bezüglich der SEPA Lastschrift werden zwei Verfahren unterschieden: Die SEPA Basis Lastschrift (SEPA Core Direct Debit) und die SEPA Firmen Lastschrift (SEPA Business to Business Direct Debit). Während die SEPA Basis Lastschrift zwischen Unternehmen und Kunden genutzt wird, ist die SEPA Firmen Lastschrift nur für den Zahlungsverkehr mit Geschäftskunden vorgesehen. Die SEPA Basis Lastschrift ähnelt dem bekannten Einzugsermächtigungsverfahren. Bei der SEPA Firmen Lastschrift besteht nach erfolgter Einlösung kein Anspruch auf Erstattung.

Die folgende Grafik veranschaulicht die Vorgänge bei einer SEPA Basis Lastschrift:

Übersicht SEPA Basis Lastschriftverfahren

 

Die Vorteile der Lastschrift

Das Bezahlen per Lastschrift gehört zu den beliebtesten Bezahlvarianten, die für Sie als Zahlungsempfänger und auch für den Zahlungspflichtigen einige Vorteile bietet:

 

  • Preiswerte Zahlungsabwicklung
  • Europaweite Möglichkeit Zahlungen über eine SEPA Lastschrift abzuwickeln
  • Sie als Zahlungsempfänger bestimmen beim Lastschriftverfahren den Zeitpunkt der Zahlung. Sie sind also diesbezüglich nicht vom Zahlungsverhalten des Zahlungspflichtigen abhängig
  • Festes Datum der Fälligkeit, über das sie den Zahlungspflichtigen vorab informieren
  • Schneller Zahlung im Vergleich zu Überweisungen
  • Ein Zahlungsverzug von Ihren Kunden kann vermieden werden und damit auch eventuelle Mahnungen wegen einer verspäteten Zahlung
  • Bei wiederkehrenden Zahlungen sparen beide Vertragsparteien Zeit, da der Auftrag für eine wiederkehrende Zahlung nur einmal erteilt werden muss. die nachfolgenden Abbuchungen erfolgen automatisch. In diesem Fall spart Ihnen das Lastschriftverfahren regelmäßig Zeit
  • Der eingezogene Geldbetrag kann bis zu acht Wochen nach Kontobelastung kostenlos zurückgebucht werden. Das ist dann wichtig, wenn der Zahlungspflichtige vom Kauf Abstand nimmt, weil die Ware nicht oder fehlerhaft geliefert wurde oder weil der Artikel beschädigt ist. Im Falle einer Rückbuchung wird die Bank des Zahlungspflichtigen beauftragt, den Rechnungsbetrag vom Konto des Zahlungsempfängers zurückzufordern. Bei Online-Bankgeschäften bedeutet das lediglich einen Klick. Geht die bestellte Ware an Sie als Unternehmer oder Selbstständiger zurück, überweisen Sie den Rechnungsbetrag auf das Konto des Zahlungspflichtigen zurück
  • Liegt kein gültiges SEPA Mandat vor, kann der Zahlungspflichtige bis zu dreizehn Monaten nach Belastung seines Kontos eine Erstattung verlangen. Das SEPA Lastschriftverfahren ist daher sehr sicher

Die Nachteile der Lastschrift

Trotz aller Vorteile hat das Lastschriftverfahren auch Nachteile:

  • Achtet der Zahlungspflichtige nicht darauf, dass sein Konto ausreichend gedeckt ist, kann die Lastschrift nicht eingelöst werden. Dies hat eine Rücklastschrift zur Folge, deren Kosten der Zahlungspflichtige trägt
  • Ein weiterer Nachteil ist die Möglichkeit des Missbrauchs. Das keine Pin erforderlich ist, kann es passieren, dass Abbuchungen vom Konto des Zahlungspflichtigen unberechtigt erfolgen. Durch die Möglichkeit des Widerspruchs kann die Lastschrift widerrufen werden. Allerdings muss der “Zahlungspflichtige” alle Kontobewegungen im Blick haben, um der Lastschrift zu widersprechen
  • Auch wenn die Lastschrift ausgelöst wurde, kann der Zahlungspflichtige der Lastschrift widersprechen. Dies ist unabhängig davon, ob der Widerspruch gerechtfertigt ist oder nicht. Eine eingelöste Lastschrift ist für Sie als Unternehmer keine Garantie, dass Ihr Kunde auch tatsächlich die Ware bezahlt. Anderes gilt für die Sofortüberweisung, die im Gegensatz zur Lastschrift keine Möglichkeit zum Widerspruch bietet, gleiches gilt für die Kreditkarte. Auch hier erhält ein Kunde sein Geld nur dann zurück, wenn Sie als Verkäufer eine Rückbuchung veranlassen. Zahlungsanbieter wie CASHLINK schützen Sie auch beim Lastschriftverfahren bis Beträgen von 250 € vor ungerechtfertigten Rückbuchungen.

Wichtige Voraussetzungen für das SEPA Lastschriftverfahren

Um das SEPA Basis Lastschriftverfahren zu nutzen müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen:

Individuelle Kennung zur Identifizierung

Sie als Zahlungsempfänger müssen eine individuelle Kennung zur Identifizierung besitzen, die als Gläubiger-Identifizierungsnummer bezeichnet wird. Die Kennung wird auch Creditor-Identifier oder Gläubiger-ID genannt wird. Diese Nummer ist unabhängig von Ihrer Kontonummer. Sie ist zwingend vorgeschrieben, da sie den Zahlungsempfänger, also Sie als Gläubiger, identifiziert. Diese Nummer ist nicht frei wählbar. Stattdessen beantragen Sie als Kontoinhaber diese Gläubiger-Identifizierungsnummer auf der Homepage der Deutschen Bundesbank. Sie setzt sich aus dem ISO Ländercode, aus der Prüfziffer, aus dem Business Area Code und aus dem nationalen Identifikationsmerkmal zusammen. In Deutschland hat die Gläubiger-ID eine Länge von 18 Stellen, während sie SEPA-weit maximal 35 Stellen lang sein kann.

Rechtliche Legitimation durch das SEPA Lastschriftmandat

Die rechtliche Legitimation einer SEPA Lastschrift nennt sich Lastschriftmandat. Es werden zwei Voraussetzungen verlangt, damit Sie als Zahlungsempfänger Geld per Lastschrift vom Konto des Zahlungspflichtigen abbuchen können: Zum einen benötigen Sie die Zustimmung des Zahlungspflichtigen zum Einzug fälliger Forderungen per Lastschrift. Zum anderen die Weisung an die Zahlstelle zur Einlösung und Belastung des Kontos des Zahlungspflichtigen. In Deutschland müssen Sie diesbezüglich keine besonderen gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Das bedeutet, dass Verbraucher auch beim Online-Shopping per Lastschrift bezahlen können, da eine Unterschrift entbehrlich ist. Allerdings bedarf das Mandat der Schriftform, die durch Eintragen der Kontodaten in ein Online-Formular gewahrt ist.

Zusätzlich enthält jedes einzelne Mandat eine Nummer, die von Ihnen der Lastschrift zugeordnet wird. Das können zum Beispiel eine Rechnungsnummer sein. Bevor der erste Zahlungseinzug vorgenommen wird, sind Sie verpflichtet, den Kunden über die Höhe der Zahlung sowie den Termin des Einzugs der Lastschrift zu informieren.

Einfach Lastschrift anbieten mit CASHLINK

Die Voraussetzungen und das SEPA Lastschriftverfahren klingen kompliziert? Mit CASHLINK können Sie sofort Lastschrift als Zahlungsmethode anbieten – ohne Grundgebühr.

Neben Lastschrift können Sie über CASHLINK auch Kreditkarten, PayPal und Sofortüberweisung anbieten.

Mehr Informationen zu unserer Zahlungslösung für Geschäftskunden finden Sie unter cashlink.de/business. Wir beraten Sie auch gerne persönlich unter +49 69 348 752 76.

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