Bei einer Rücklastschrift handelt es sich um einen Lastschriftvorgang, der nicht ausführbar ist. Die Rücklastschrift bezeichnet man mitunter auch als Lastschriftrückgabe. Folglich wird die Lastschrift im Zuge eines dem Lastschriftabkommen entsprechenden Verfahrens zurückgebucht. Das bedeutet, dass die Bank den zuvor abgebuchten Betrag dem Konto des Zahlungspflichtigen wieder gutschreibt. Vice versa erfolgt eine Belastung des entsprechenden Betrags auf dem Konto des Zahlungsempfängers.

Weil der Zahlungsempfänger den Zahlvorgang auslöst, ordnen Banken die Lastschriften der Kategorie der Pull-Zahlungen zu. In seltenen Fällen ist daher ein Rücklastschriftverfahren notwendig – beispielsweise um Missbrauch zu verhindern oder weil das abgebuchte Geld dringlicher zur Begleichung anderer Rechnungen notwendig ist.

Eine Lastschrift zurückbuchen: So funktionierts

Wenn Sie eine Lastschrift zurückgeben möchten, stehen Ihnen hierfür verschiedene Möglichkeiten offen. Diese sollten Sie jedoch nur anwenden, wenn Sie über die entsprechende Berechtigung zur Lastschriftrückgabe verfügen.

Die Optionen für eine Rücklastschrift im Überblick:

  • Ausfüllen eines entsprechenden Bankformulars
  • Mündliches Beantragen der Lastschriftrückgabe bei Ihrer Bank
  • Widerruf der Lastschrift im Rahmen Ihres Onlinebankings

Grundsätzlich sollten Sie im Nachhinein noch einmal kontrollieren, ob die Rückbuchung der Lastschrift durch Ihre Bank tatsächlich ausgeführt wurde. Der Zeitrahmen, in dem die Lastschriftrückgabe meist erfolgt, beträgt circa eine Woche. Spätestens sollte die Rückbuchung jedoch bis zum jeweiligen Monatsende ausgeführt worden sein.

In welchen Fällen führt man eine Rücklastschrift durch?

Grundsätzlich können Rücklastschriften durch viele verschiedene Gründe bedingt sein. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige davon vor:

Das Konto ist nicht gedeckt

Sollte Ihr Konto – aus welchen Gründen auch immer – einmal nicht ausreichend gedeckt sein, so dass ein Zahlungsempfänger eine bestimmte Summe nicht einziehen kann, kommt es zu einer Rücklastschrift. Hierüber werden einerseits Sie als Bankkunde und andererseits das einziehende Unternehmen eine Benachrichtigung erhalten. Es ist üblich, dass der Zahlungsempfänger in der Regel nach zwei Wochen noch einmal versucht, den fälligen Betrag abzubuchen. Gelingt dies, bleibt die Rücklastschrift bis auf die anfallenden Gebühren ohne Folgen.

 

Sie haben einer Lastschrift widersprochen

Sie möchten eine Lastschrift zurückbuchen? Dies ist innerhalb einer sechswöchigen Frist problemlos möglich. Sollten Sie Abbuchungen von Ihrem Konto entdecken, die ohne Ihr Wissen erfolgt sind, melden Sie dies bitte Ihrer Bank. Das Kreditinstitut wird den Geldeinzug blockieren und eine Rücklastschrift durchführen. Vergessen Sie nicht, sich mit dem einziehenden Unternehmen in Verbindung zu setzen, um die Rücklastschrift zu erklären.

 

Das Konto ist nicht mehr existent

Sollte ein Konto beispielsweise aufgrund eines Kontowechsels oder aber der Kontoschließung nicht mehr existieren, gibt die Bank die Lastschrift zurück. Dies geschieht häufig dann, wenn alte Einzugsermächtigungen existieren.

 

Sie haben falsche Kontoangaben gemacht

Haben Sie, beispielsweise beim Einkauf in einem Online-Shop, aus Versehen fehlerhafte Kontodaten angegeben, kann der Zahlungsempfänger den jeweiligen Betrag nicht von Ihrem Konto abbuchen. Es kommt zu einer Rücklastschrift. Auch in diesem Fall sollten Sie sich mit dem betreffenden Unternehmen zur Klärung in Verbindung setzen.

Was ist eine Lastschriftsperre?

Neben der Möglichkeit der Rücklastschrift können Sie als Bankkunde darüber hinaus eine sogenannte Lastschriftsperre veranlassen. Dies ist entweder direkt in der Filiale Ihrer Bank oder aber in Ihrem Online-Banking-Account möglich. Dort finden Sie in der Regel eine Übersicht über bestehende Lastschriftmandate oder Lastschriften, die Sie verwalten und sperren können. Dabei existieren drei verschiedene Arten der Lastschriftsperre:

  • In Bezug auf die Kontonummer, d. h. die Bank sperrt Lastschriften zugunsten einer spezifischen Kontonummer
  • In Bezug auf den Namen des Zahlungsempfängers, d. h. die Bank sperrt Lastschriften zugunsten einer bestimmten Person oder aber eines Unternehmens
  • Im Hinblick auf die Einzugsermächtigungsreferenz, d. h. die Bank sperrt auf diesem Weg bestimmte Lastschriftmandate

Beachten Sie jedoch, dass durch eine Lastschriftsperre das jeweilige Lastschriftmandat nicht widerrufen wird. Entsprechend reicht eine einfache Lastschriftsperre nicht aus. Vielmehr sollten Sie das Lastschriftmandat beim jeweiligen Zahlungsempfänger widerrufen.

Sperren Sie die Lastschrift lediglich über Ihre Bank, erhält der Vertragspartner zwar kein Geld mehr von Ihnen, allerdings besteht das Lastschriftmandat weiterhin. Der Vertragspartner kann Ihnen eine Mahnung senden und die aus dem Mahnverfahren resultierenden Kosten auf Sie umlegen. Aus diesem Grund sollten Sie das Lastschriftmandat unbedingt widerrufen.

Die Kündigung von Lastschriften?

Obschon Sie eine Einzugsermächtigung, d. h. ein SEPA-Mandat, nicht zwangsläufig in Papierform erteilen, gilt dies nicht für den Widerruf. Eine Einzugsermächtigung muss zwingend schriftlich gekündigt werden. Somit müssen Sie eine Kündigung schreiben, diese unterschreiben und dem Vertragspartner postalisch zustellen lassen. Sinnvoll ist es meist, eine derartige Kündigung per Einschreiben mit Rückschein zu versenden.

Rücklastschriftgebühr: Das sollten Sie wissen

Sollte es aufgrund der Angabe einer fehlerhaften Kontoverbindung oder aber mangelnder Deckung zu einer Rücklastschrift kommen, hat der Zahlungsempfänger das Recht, Ihnen als Zahlungspflichtigen die entstehenden Kosten für die Rückbuchung der Lastschrift in Rechnung zu stellen. Anders gestaltete sich dies zwischenzeitlich mit den anfallenden Bankgebühren, d.h. der sogenannten Rücklastschriftgebühr. So entschied der Bundesgerichtshof im Jahr 2012, dass die über viele Jahren von den Kreditinstituten erhobenen Gebühren rechtswidrig sind. Aus diesem Grund hatten Kunden die Möglichkeit, sich die jeweils von den Banken erhobene Rücklastschriftgebühr zurückerstatten zu lassen.

Nachdem der Gesetzgeber jedoch im Jahr 2014 die neue SEPA-Regelung eingeführt hat, änderten zahlreiche Kreditinstitute ihre AGB, sodass sie heute wieder das Recht haben, abermals eine Rücklastschriftgebühr zu erheben.

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