Jeff Bezos, der Kopf hinter Amazon

Vom Buchhändler zum Milliardär

Ob im Alltag geliebt oder aus Prinzip gehasst, Amazon hat sich unbestritten zu einem gigantischen Erfolgsunternehmen entwickelt, das zuletzt mit hohen zweistelligen Wachstumsraten und astronomisch hohen Milliardengewinnen von sich reden machen konnte. Aber wie kam es, dass sich das einstige Garagenunternehmen zum weltweit größten Onlinehändler entwickeln konnte? Der Erfolg hat bei Amazon ein Gesicht: Jeff Bezos. Der Gründer fungiert immer noch als Chef des Konzerns, der in den letzten zwei Jahrzehnten rasante Erfolge feierte. In diesem Beitrag kannst du einen Blick hinter die Kulissen der Erfolgsgeschichte und auf die Gründerpersönlichkeit werfen.

 

Jeff Bezos: Der omnipräsente Kopf hinter dem weltweiten Erfolg von Amazon

Geboren wurde Jeff Bezos 1964 in Albuquerque (New Mexico). Der Gründer von Amazon gilt mit einem Vermögen von geschätzten 142 Milliarden Dollar als einer der reichsten Menschen der Welt. Er konnte schon in frühen Jahren in der Schule auf sich aufmerksam machen. Als Hochbegabter genoss er eine intensive Förderung. Mit innovativen Tüfteleien wie einem Luftkissenfahrzeug deutete er bereits im Kindesalter an, dass viel Potenzial in ihm steckt. Als Berufswunsch gab er selbstbewusst an, Astronaut oder Erfinder werden zu wollen. Die Grundlage für seine beeindruckende Laufbahn als Unternehmer und Investor legte er mit einem Studium der Informatik und Elektrotechnik an der Princeton University, das er 1986 erfolgreich mit Bestnoten abschloss.

 

Von der Wall Street in den aufstrebenden Internethandel mit Büchern

Nach dem Studium arbeitete er zunächst bei einer taiwanischen Mobilfunkgesellschaft und danach bei einer New Yorker Vermögensverwaltung. Während dieser Tätigkeit entstand die Idee eines für damalige Zeiten revolutionären Geschäftsmodells: Der Onlinehandel für Bücher. Das war die konzeptionelle Basis für Amazon. Die Firma Amazon.com gründete Jeff Bezos schließlich im Jahr 1994 in einer kleinen Garage mit sehr überschaubaren Mitteln. Am Anfang konnte er nicht ahnen, dass sich aus dieser Geschäftsidee binnen weniger Jahre ein Weltkonzern entwickeln würde. Zum Gründungskontext ist noch zu sagen, dass sich das Internet noch in den Kinderschuhen befand. Umso revolutionärer ist die Geschäftsidee von Jeff Bezos einzuordnen, die heute (nur 25 Jahre später!) fast schon alltäglich wirkt. Zwei Monate nachdem das erste Buch im Sommer 1995 verkauft wurde, erreichte Amazon schon beachtliche Umsätze von 100.000 Dollar.

 

Die Gründung von Amazon: Auf der Suche nach schneller Skalierbarkeit

Jeff Bezos war 1994 ein Vordenker, da er die Rolle des Internets für den Vertrieb erkannte und sofort konsequent für Amazon nutzte. Er kann somit als Pionier des heutigen E-Commerce-Sektors gelten. Warum aber entschloss er sich, Bücher online zu verkaufen, wo er doch eigentlich keinerlei Beziehungen zu diesem Gebiet hatte? Ganz einfach: Bücher lassen sich online sehr einfach vermarkten und verschicken. Es handelt sich um ein unkompliziertes, massentaugliches Produkt, das binnen kurzer Zeit eine große Skalierbarkeit und somit sehr hohe Wachstumsraten ermöglicht. Die Nachfrage für Bücher ist weltweit konstant hoch. Der schnelle Erfolg von Amazon und die spätere Erschließung neuer Geschäftsfelder sollte Jeff Bezos Recht geben. Schon 1997 konnte der wachsende Konzern etwa 150 Millionen Dollar Umsatz generieren. 1998 wurde Amazon auch in Deutschland eingeführt und zu bestellen gab es längst nicht mehr nur Bücher. Heute können Kunden bei Amazon so gut wie alles bestellen.

 

Wie Amazon eigentlich heißen sollte...

Vielsagend in Bezug auf die Gründerpersönlichkeit von Jeff Bezos ist, dass er Amazon ursprünglich 'Relentless' nennen wollte. Das heißt so viel wie gnadenlos. Auf Anraten von Freunden sah er von dieser Option jedoch ab. Heute ist die Produktpalette des Konzern mit vielen Angeboten wie Amazon-Prime oder -Music sehr breit geworden. Eigene technische Erfindungen und ein eigener Bezahlservice zeigen, über welche weltweite Marktmacht der Handelsriese verfügt. Gemäß den Anfängen des Unternehmens war Jeff Bezos einer der ersten, der die Chancen des Marktes für E-Book-Reader erkannte und konsequent nutzte.

 

Was zeichnet visionäre Gründer wie Jeff Bezos aus?

In der Startphase erzählte Jeff Bezos seiner Frau MacKenzie, dass er einen Buchhandel über das Internet hochziehen wolle. Die wollte ganz verblüfft erst wissen, was das Internet eigentlich sei und könne. Nachdem er ihr die Potenziale aufgezeigt hatte, kündigten beide wenig später ihre sehr gut bezahlten Jobs an der Wall Street. Hier wird der große Mut deutlich, den visionäre Gründer immer von Natur aus mitbringen.

 

Das Produkt als Schlüssel zum Erfolg

Das Besondere an der Gründungsidee war, dass Bücher ein sehr wachstumsstarkes Sortiment darstellen. Bereits zum damaligen Zeitpunkt gab es mehr als 3 Millionen verschiedene Buchtitel für eine sehr große Zielgruppe. In großen Buchhandlungen war jedoch immer nur ein kleiner Teil der Bücher verfügbar. Mit Amazon konnten Kunden plötzlich eine ganz neue Verfügbarkeit nutzen, ohne einen nennenswerten Aufwand betreiben zu müssen. Heute, nahe dem Jahr 2020 und somit kurz vor einer neuen Dekade, lassen sich natürlich ganz andere technische Möglichkeiten nutzen. Amazon ist im Laufe der Zeit immer mit den neuesten technischen Möglichkeiten gegangen. Zu denken ist etwa an die Sprachsteuerung, um elektronische Geräte zu bedienen. Zur Erinnerung sei darauf hingewiesen, dass es in der Startphase 1994/95 noch eine Herausforderung war, Kunden zur Bestellung via Internet zu bewegen. Eine noch größere Herausforderung war es, Kunden zur Eingabe von Zahlungsdaten zu 'überzeugen'. All diese heute unverzichtbaren Errungenschaften im Lebensalltag sind auch auf Amazon zurückzuführen. Der Weltkonzern steht wie kein anderes Unternehmen für den Siegeszug des E-Commerce.

 

Was Du von Jeff Bezos lernen kannst

Einer der wichtigsten Slogans von Jeff Bezos ist: "Du musst Kunden mehr Aufmerksamkeit widmen als Deinen Konkurrenten". Dieser Slogan entstand zwei Jahre nach der Gründung, als ein starker Wettbewerber auf den Markt drängte. Die Stimmung im Unternehmen war schlecht und niemand wusste, ob sich Amazon behaupten könnte. Wie wir heute wissen, hat das Unternehmen alle Konkurrenten beherrscht und durch eine konsequente Fokussierung auf Kundenbedürfnisse immer wieder neue Wachstumschancen erschlossen. Durch das Prime-Modell konnte zudem in Zeiten abnehmender Kundentreue ein starker Faktor für die Bindung an das Unternehmen umgesetzt werden.

 

Vor dem Erfolg stehen auch bei Visionären oft Misserfolge

Nun könntest Du fast den Eindruck gewinnen, Jeff Bezos sei ein Übermensch, dem keine Fehler passieren. Weit gefehlt, denn trotz der erfolgreichen Entwicklung von Amazon gab es immer wieder Rückschläge. Viele davon sind auf die Sturheit des Unternehmers und Investors zurückzuführen, die mit Sicherheit nicht nachahmenswert sind. Jeff Bezos wollte zum Beispiel mit einer neuen Auktionsseite den großen Rivalen eBay frontal angreifen. Doch dieser Plan scheiterte! Ebenso scheiterten Jeff Bezos Versuche, mit einem eigenen Smartphone (Fire Phone) den Mobilfunkmarkt zu revolutionieren. Doch mit diesem Produkt schaffte es Amazon nicht wie sonst üblich, den Nerv der Zeit zu treffen. Kritiker warfen Bezos vor, er habe ein Smartphone entwickelt, das nur seinen eigenen Visionen technisch gerecht wurde.

 

Fazit: Wann Du als Gründer erfolgreich bist

Die Geschichte von Jeff Bezos und Amazon zeigt eines ganz deutlich: Erfolgreich war das Unternehmen immer, wenn es aktuelle Trends mit hoher Kundenorientierung forciert hat. Sobald aber der Fokus nicht zu 100 % auf den Kundennutzen gelegt wurde, scheiterte auch der große Weltkonzern. Als ambitionierter Gründer kannst Du daraus ableiten, dass ein Unternehmen seinen Prinzipien, Visionen und der notwendigen innovativen Triebkraft treu bleiben muss. Natürlich ist nicht zu leugnen, dass Jeff Bezos seiner Geschäftsidee genau zur richtigen Zeit nachging. Mit den neuen Möglichkeiten des Internets im Lebensalltag der Kunden ist Amazon konsequent gewachsen.